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Sprachrohr für Jugendliche

Die Rabryka in Görlitz ist auch die Heimat des Jugendtreffs „A-Team“. Clara organisiert im Sommer den Jugendtreff mit – und sagt: „Das hier ist ein sehr freier, toleranter Ort.“

Jugendtreff "A-Team"

Die Rabryka ist Clara schon lange vertraut. Seit fünf Jahren ist sie in dem ausgebauten Fabrik-Gebäude in der Neißestadt Görlitz aktiv. Doch durch den Sachsensommer kann sie jetzt „noch ein bisschen tiefer reinschnuppern“ in das soziokulturelle Zentrum. In den alten Mauern regt sich viel: in Werkräumen, Makerspaces, dem Jugendclub KB1, dem Konzertraum, den Büros. „Das ist hier ein sehr freier, sehr toleranter Ort“, sagt Clara.

Auf dem weitläufigen Außengelände parkt unter Bäumen und neben riesigen rostigen Tanks der Wohnwagen „Moin“, der als mobiler Info-Kiosk regelmäßig auf Veranstaltungen Meinungen einholt, wie die Stadt für junge Menschen lebenswerter werden kann. Das Gefährt ist ein Projekt des Jugendtreffs „A-Team“, den Clara nun betreut.

Gegründet wurde der Treff bereits 2012, als Jugendliche eine Stadtratssitzung in Görlitz stürmten. Sie protestierten stumm, mit zugeklebten Mündern. Die Botschaft: „Wir werden zu wenig gehört!“ Seither hat sich das „A-Team“ zu einer namhaften Schnittstelle zwischen Jugendkultur und Stadtpolitik in der Region entwickelt.

Heute kommen jeden Mittwoch Jugendliche in der Rabryka zusammen, die in ihrer Stadt etwas bewegen wollen. Sie tauschen sich aus, schmieden Pläne – bei gutem Wetter treffen sie sich in dem hölzernen Forum hinter der Fabrik, begleitet von rauschenden Blättern.

„Es ist unsere Aufgabe, überdachte Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu schaffen“, sagt Clara. Während andere Städte Jugendliche mit defensiver Architektur aus den Innenstädten vertreiben wollen, soll Görlitz zum Treffen und Verweilen einladen. Im Anschluss an das Treffen kochen und essen alle gemeinsam bei der „Küche für alle“. Das war auch Claras erster Anlaufpunkt in der Rabryka. „Seitdem bin ich jede Woche dabei.“

Das „A-Team“ stellt jedes Frühjahr auch den MayDay auf die Beine, ein Openair-Chillout-Festival mit politischen Vorträgen. Außerdem ist es mit Workshops beim Fokus Festival dabei – einem dreitägigen Fest in der Rabryka mit Nachtflohmarkt, Rollschuhdisko, Filmen und Konzerten. „Im Zuge des Fokus Preparing Camps bauen wir unseren Jugendclub um und nehmen an einem Wettbewerb teil, um unseren neuen Wohnwagen zu finanzieren.“

Anpacken, loslegen, beteiligen: das sei die Devise im Team. Nach dem Sachsensommer aber geht es für Clara erstmal auf mit dem Rad nach Slowenien und Sizilien. Und danach? „Wer weiß“, meint sie vielsagend. Verbunden bleiben wird sie mit dem Team sowieso.

KontakT

Gerd Peukert und Susanne Martin
hallo@sachsensommer.de

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Gerd Peukert und Susanne Martin
hallo@sachsensommer.de