Zurück

Folgt uns auf

Einpacken, anpacken!

Noch nie haben so viele Hilfe bei den Tafeln gesucht wie heute. Was im Supermarkt und in der Gastronomie überbleibt, wird an Bedürftige verteilt. Leonie unterstützt in Riesa.

Riesaer Tafel (DRK)

Wenn 10 Uhr morgens die Lebensmittelausgabe der Tafel in Riesa ihre Türen öffnet, hat Leonie alle Hände voll zu tun: Kisten stapeln, Brötchen vorsortieren, Essenstüten packen. „Ich helfe überall mit, wo Hilfe gebraucht wird“, sagt die 19-Jährige. Leonie verbringt seit Anfang August ihren Sachsensommer bei der Tafel des DRK.

Wie die Riesaer Anlaufstelle anderen Menschen hilft, das ist Leonie schon bekannt. Vor vier Jahren machte sie hier ihr Schulpraktikum und auch ihr Vater arbeitet seit inzwischen zehn Jahren als Fahrer für die Tafel. Nach dem Abitur und mit jeder Menge Freizeit kehrte sie zurück. „Leiterin Silke Kohl hat mich gefragt, ob ich das machen möchte.“ 

Die Riesaer Tafel ist eine von insgesamt 960 Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Falsch verpackte Waren, Produkte mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Gemüse mit Schönheitsfehlern – alles, was noch essbar ist, woanders aber aussortiert oder vernichtet worden wären, verteilt die Tafel an Bedürftige und Menschen mit geringem Einkommen. Supermärkte und Läden stellen bereit, was offiziell nicht mehr verkauft werden darf. Die gelieferten Waren gibt die Tafel gegen eine Spende weiter: „Jeder gibt das, was er kann.“

Seit mehr als 20 Jahren setzt die Tafel in Riesa so ein Zeichen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und unterstützt Menschen, die nicht genug Geld für Essen haben. Etwa 50.000 Ehrenamtliche in ganz Deutschland machen es möglich und helfen vor Ort. Und es gibt immer was zu tun, „viel mit Sitzen ist da nicht“, erzählt Leonie. Wenn sie keine Waren ausgibt, kümmert sich Leonie ums Aussortieren und die Lagerung von Lebensmitteln.

Für die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler hat Leonie auch schon die Schultüten gepackt. Die logistischen Aufgaben hätten etwas beruhigendes, beschreibt sie. Körperlich anstrengend sei die Arbeit dennoch. „Ich rate es jedem, der anpacken will.“

Im September beginnt Leonie ihr FSJ in einer Kita in Riesa. Mit Menschen in Kontakt zu treten und anderen zu helfen, das mache ihr besonders viel Spaß – auch bei ihrer Arbeit bei der Tafel. „Es ist ein schöner Moment, wenn ich Menschen das Essen überreichen oder den Kindern ein Stück Schokolade in die Hand drücken kann und die sich freuen, weil sie das leider so nicht kennen. Dann weiß ich, dass es richtig ist, was ich hier tue.“ Und was sie vom Sachsensommers hält? „Ich wünschte, ich hätte schon früher davon erfahren.“

KontakT

Gerd Peukert und Susanne Martin
hallo@sachsensommer.de

KontakT

Gerd Peukert und Susanne Martin
hallo@sachsensommer.de